Durch Musik zur Sprache
Eine Chance für die Stillen
Idee
Prof. Dr. Rosemarie Tüpker (Leiterin des Masterstudiengangs Klinische Musiktherapie an der WWU Münster) entwickelte ein Projekt zur Förderung der Sprachfähigkeit von Vorschul- und Grundschulkindern mit und ohne Migrationshintergrund, entstanden 2006 mit Einführung der Sprachstandserhebung in NRW.

Projektbeschreibung
Zielgruppe sind Vorschul- und Grundschulkinder, die nicht über eine altersgemäße Sprachentwicklung verfügen. Sie erhalten eine musiktherapeutische Entwicklungs- und Sprachförderung, in deren Zentrum vor allem die Behandlung der emotionalen und kommunikativen Aspekte von Sprachdefiziten steht.

Das Angebot ist eine eine therapeutische Ergänzung zu gezielten Sprachförderangeboten. Durch den Ausgangspunkt Musik ist dieses Förderangebot gleichermaßen für deutschsprachig aufgewachsene Kinder wie für Kinder mit Migrationshintergrund und Flüchtlingskinder geeignet. Sinnvoll sind altershomogene von der Herkunft gemischte Kleingruppen von 4 - 6 Kindern mit deutscher und anderssprachiger Muttersprache. (z.B. 4 Migranten- und zwei deutsche Kinder). So ist „Durch Musik zur Sprache” auch ein Beitrag zur Integration.

Methoden
Mit Hilfe des Mediums Musik und durch ein Setting, welches pädagogische und therapeutische Erfahrungen einbezieht, kann das Angebot zu einer Nachreifung der Kinder beitragen. Die Musik ermöglicht den Kindern sich mitteilen zu können und verstanden zu werden. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass dadurch eine psychologisch günstige Grundlage für die konkrete Sprachförderung geschaffen wird. Die Sprachentwicklung lässt sich durch das Zusammenwirken von Musik und Sprache potenzieren.

Psychologische Aspekte der Spielideen:
  • Abwechselnd im Mittelpunkt stehen
  • Affektivität und Emotionalität
  • Anregung von Kreativität und Fantasie
  • Ausdrucksbildung
  • Ausgleichen und Regulieren
  • Eine Wahl haben
  • Einfühlen und zuhören
  • Erforschen und Experimentieren
  • Hemmungen überwinden
  • Initiative
  • Konzentration
  • Nachahmen
  • Regression im Dienste der Entwicklung
  • Stärkung des Selbstwertgefühls
  • Subjektanbindung von Sprache

Das Besondere
Insbesondere für Kinder mit Migrationshintergrund und für Flüchtlingskinder kann das Medium Musik das Erlernen von Sprache und Kommunikation jenseits des muttersprachlichen und kulturellen Kontextes unterstützen. Im gemeinsamen spielerischen Tun kann eine gezielte Förderung von Selbstvertrauen, Flexibilität und Achtsamkeit im Umgang miteinander stattfinden. Das gemeinsame Musizieren und Improvisieren regt die Kreativität und Fantasie an und fördert die Fähigkeit, auf sich und andere zu hören. Die Kinder erleben, dass ihnen zugehört wird. Es kommt zu einer verbesserten Affektregulation. Diese Erfahrungen werden aus dem „Proberaum Musik” in den Alltag übertragen. Sehr hilfreich wird das Projekt auch zur Prävention und Linderung der Folgen von Kinderarmut eingesetzt.


0531/31782562


Almut Hesse
Jasperallee 38
38102 Braunschweig
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